Die Frage, warum die Gewalt in Bus und Bahn zunimmt, setzt eine Entwicklung voraus, die die Statistik nur zum Teil bestätigt. Wer genauer hinsieht, erkennt eine Verschiebung. Die Gewalt richtet sich zunehmend gegen eine bestimmte Gruppe und entsteht in bestimmten Situationen. Das ist psychologisch aufschlussreicher als ein pauschaler Anstieg. Was die Zahlen zeigen Für Fahrgäste ist das Bild uneinheitlich. Eine Auswertung der Allianz pro Schiene auf Basis der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik ergab für 2025 rund 169.322 Straftaten an Bahnhöfen und Bahnanlagen, davon rund 7.600 Gewaltdelikte, jeweils sechs Prozent weniger als im Vorjahr. In Baden-Württemberg erfasste die Polizei 2025 302 Opfer von Aggressionsdelikten gegen Fahrgäste, gut zehn Prozent weniger als im Vorjahr. Die Eingangsstatistik der Bundespolizei zeigt dagegen einen leichten Anstieg: 27.818 Gewaltdelikte in Bahnhöfen und Zügen im Jahr 2025 gegenüber 27.150 im Jahr 2024. Eindeutig ist der Trend beim Personal...
Wer lernt hier eigentlich? Der geschlossene KI-Kreislauf in der akademischen Lehre und die Frage nach der Funktion von Texten Die Debatte über KI-generierte Texte wird überwiegend als Detektions- und Kennzeichnungsproblem geführt: Wie erkennt man sie, wann müssen sie markiert werden? Dieser Beitrag argumentiert, dass diese Perspektive zu kurz greift. Entscheidend ist nicht die Herkunft eines Textes, sondern seine Funktion. Texte erfüllen zwei grundsätzlich verschiedene Zwecke: die Übertragung von Information (Produktfunktion) und die Erzeugung von Kompetenz beim Schreibenden (Prozessfunktion). Generative KI substituiert die Produktfunktion nahezu vollständig — und die Prozessfunktion überhaupt nicht. Aus dieser Asymmetrie folgt eine klare Trennlinie: In der technischen Dokumentation, im Pflichtenheft, in der Arbeitsprozessbeschreibung ist KI-Einsatz unter Verifikationsbedingungen nicht nur zulässig, sondern qualitätssteigernd. In der Lehre führt derselbe Einsatz zu einem g...