Künstliche Intelligenz, Arbeitsmarktwandel und das bedingungslose Grundeinkommen als sozialpolitische Antwort Zusammenfassung . Die rasche Diffusion generativer KI-Systeme und intelligenter Robotik stellt die Lohnarbeitsgesellschaft vor eine fundamentale Herausforderung. Anders als frühere technologische Disruptionen erfasst die aktuelle Automatisierungswelle auch kognitive, kreative und kommunikative Tätigkeiten, die bislang als komplementär zur menschlichen Arbeit galten. Dieser Beitrag diskutiert die These, dass ein dauerhafter Strukturbruch zwischen Produktivitätsgewinnen und Erwerbsteilhabe droht, und prüft das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) als institutionelle Antwort. Diskutiert werden empirische Befunde, Finanzierungsfragen, kritische Einwände sowie psychologische und arbeitssoziologische Implikationen. **Schlagwörter:** Künstliche Intelligenz, Automatisierung, Arbeitsmarkt, Bedingungsloses Grundeinkommen, Soziale Ungleichheit, Prekariat, Anerkennung ----- ## 1. Einleitung...
Die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen, gilt in modernen Gesellschaften als zentrale Kompetenz. Führungskräfte, Eltern, Mitarbeitende, Studierende und Konsumenten stehen täglich vor einer Vielzahl von Wahlmöglichkeiten, die von scheinbar trivialen bis hin zu hochkomplexen Entscheidungen reichen. Während Entscheidungsfreiheit kulturell häufig mit Autonomie und Selbstbestimmung verbunden wird, zeigt die psychologische Forschung zunehmend, dass eine hohe Dichte an Entscheidungen zugleich eine relevante kognitive Belastung darstellt. Das Phänomen der sogenannten „Decision Fatigue“ beschreibt den Zustand reduzierter Entscheidungsfähigkeit infolge vorangegangener mentaler Beanspruchung. Besonders in digitalen Arbeits- und Lebenswelten gewinnt dieses Konzept an Bedeutung. Ein typisches Beispiel findet sich im beruflichen Alltag vieler Wissensarbeiterinnen und Wissensarbeiter. Nach mehreren Stunden in Videokonferenzen, der Bearbeitung komplexer Dokumente, parallelen Chat-Kommunikationen und...